WO BARMHERZIGKEIT VOR RECHT GEHT
Normalerweise verklären wir ja die Vergangenheit. Hosea findet: Früher war das auch nicht besser; schon der Stammvater Jakob war aus der Art geschlagen. Empfehlung: in der Bibel bei Hosea nachlesen. Es genügt nicht, sich an den Ahnen zu orientieren. Die Veränderungen müssen radikaler sein: An Gott musst du dein Leben ausrichten, dann wird es gut. Was wir da aus dem Propheten Hosea als Bibelwort für den Juli herausgeschrieben haben, liest sich wie ein Minikatechismus des Glaubens. Glauben geht so: 1.) Auf Gott schauen – als Christen dürfen wir ruhig sagen: Jesus und seine Geschichte anschauen. 2.) Von ihm lernen: Gnade geht vor Recht, also Barmherzigkeit zuerst, dann die Gebote, die Gesetze und Ordnungen. 3.) Immer wieder auf Gott hoffen, dass er beides zusammenbringt: Barmherzigkeit und Recht. Das sieht einfach aus. Aber es bleibt eine Lebensaufgabe. Wir leiden darunter, dass beides nicht zusammen passt: Barmherzigkeit und Recht. Auf der einen Seite sagen wir: Man kann nicht alles durchgehen lassen; was Recht ist muss Recht bleiben; die Schurken müssen be-
|
|
straft werden. Andererseits: Die Welt wird nicht besser, wenn man die Bösen wegsperrt. Und wenn es einen Streit gibt, muss einer den ersten Schritt tun. Die Rechthaber orientieren sich am Vergangenen. Gottes Zukunft beginnt, wo Barmherzigkeit vor Recht geht. Da hat jeder eine Chance. Der betrügerische Erzvater Jakob und alle seine Nachkommen ebenso wie du und ich.
Ihr Bernd Rudolph
![[Keine Beschreibung eingegeben]](/cms/files/bernd_rudolph.jpg)
Bernd Rudolph Pfarrer in Bad Lauchstädt
|