Trauer und Beerdigung

Hier finden Sie erste Informationen und hoffentlich trostreiche Worte, wenn Sie einen Angehörigen verloren haben.

Es ist eine Binsenweisheit, die wir immer wieder verdrängen, dass wir alle sterben müssen und dass der Tod zum Leben gehört. In der Formulierung, „eine oder einen Liebe(n) verlieren“ drückt sich das ganze Ausmaß aus: Man verliert mit dem Tod einen einmaligen Menschen, dessen Platz nie mehr gefüllt werden kann. Oft genug fühlt man sich selbst dabei verloren.

Weil die Erfahrung so elementar ist, soll hier zunächst gesagt werden, dass diese Homepage Ihrer Situation nicht einmal ansatzweise gerecht werden kann. Wir möchten Sie hier gern informieren, wie Sie Ihre Angehörige oder Ihren Angehörigen beerdigen können, aber wir möchten Ihnen noch viel mehr Hilfe und Begleitung anbieten. Die Trauer ist eine Arbeit, die wir in den westlichen Industrienationen oft nicht mehr oder nur ansatzweise auf uns nehmen (können), aber sie ist wichtig, um das eigene Leben mit dem Tod eines lieben Menschen nicht auch zu verlieren. Für Trauerarbeit gibt es keine pauschalen Pläne, jeder Mensch ist einzigartig und trauert daher auf seine ganz eigene Weise. Wir sind deshalb gern für Sie da und nehmen uns für Sie persönlich Zeit. Rufen Sie einfach Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer an (Die Kontaktdaten finden Sie hier). Wenn Sie nicht wissen, wer in Ihrem Ort zuständig ist, rufen Sie doch bitte im Büro des Kirchenkreises an.
Lassen Sie sich bewusst Zeit zum Abschiednehmen. Der Bestatter muss die oder den Verstorbene(n) nicht sofort abholen. Sie können Freunde, Verwandte und Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer anrufen und eine Aussegnung begehen. Dazu werden Kerzen angezündet, man hört Worte aus der Bibel, vielleicht einen Liedvers oder ein Gedicht, man betet gemeinsam, kann weinen, klagen, schweigen. Die Pfarrerin oder der Pfarrer segnet dann ein letztes Mal die oder den Verstorbene(n). Aber auch Sie als Trauernde werden gesegnet, denn vor Ihnen liegt eine schwere Zeit. Erst danach können Sie den Bestatter rufen. Oder dieser ist bei der Aussegnung dabei.

(Einen Vorschlag für eine Aussegnung finden Sie hier. Bestellen können Sie ihn im Büro des Kirchenkreises.)

Auch wenn Sie nicht wissen, wie Sie mit Trauernden umgehen sollen, beraten wir Sie gern.
Über allen Informationen soll stehen: Wir sind für Sie da!


Was glauben Christen über den Tod?
Christinnen und Christen glauben, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist. Sie bestatten ihre Toten in der Hoffnung, dass diese auferstehen. Die christliche Auferstehungshoffnung gründet sich auf Jesus Christus: Er starb zwar am Kreuz, aber die Bibel erzählt, dass er nach drei Tagen auferstand. Seither glauben Christinnen und Christen, dass nicht einmal der Tod ein absolutes Ende markiert, sondern dass Menschen weiterleben. Wie, das weiß niemand. In der Bibel heißt es, dass dann kein Leid, kein Geschrei und kein Schmerz mehr sein wird und dass Gott alle Tränen von den Augen abwischen wird.

Warum gibt es Bestattungen?
Bestattungen bieten Ihnen die Möglichkeit, in einem feierlichen Rahmen von Ihren Lieben Abschied zu nehmen. Oft reisen viele Bekannte, Freunde und Verwandte an, um der oder dem Verstorbene(n) die „letzte Ehre“ zu erweisen, um ihrer Liebe und Achtung diesem Menschen gegenüber ein letztes Mal öffentlich Ausdruck zu verleihen. Eine Bestattung kann Ihnen dabei helfen, den Tod des Angehörigen zu realisieren und Ihre Trauer zu äußern. Unzählige Menschen auch vergangener Jahrhunderte haben Bestattungen als Hilfe empfunden, sich bewusst und öffentlich zu verabschieden.

Was geschieht bei einer Bestattung?
Die Bestattung beginnt meist mit einer Trauerfeier in der Friedhofskapelle. Sie entscheiden als Angehörige selbst, ob der Sarg dabei geöffnet oder geschlossen ist, ob er (oder eine Urne) im Altarraum oder in einem Nebenraum steht usw. Die Pfarrerin oder der Pfarrer hält dann eine Predigt und erinnert dabei noch einmal an die Verstorbene oder den Verstorbenen. Oft werden auch Lieder gesungen, die Menschen immer wieder getröstet haben. Im Rahmen unserer Möglichkeiten nehmen wir auch gern Ihre Liedwünsche auf. In Gebeten danken Sie gemeinsam für das Leben der oder des Verstorbenen und bitten um Trost und Hilfe für die Trauerarbeit.
Oft geleitet die Trauergemeinde den Sarg oder die Urne zum Grab. Dort folgt die eigentliche Bestattung: Der Sarg oder die Urne wird in die Erde gelassen, die Pfarrerin oder der Pfarrer wirft dreimal Erde darauf und spricht die Bestattungsformel: „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zum Staube.“ Danach beten Sie gemeinsam das Vaterunser und werden gesegnet. Nun können Sie persönlich Abschied am Grab nehmen.

Wenn ich meine Angehörige oder meinen Angehörigen bestatten lassen möchte, wohin wende ich mich dann zuerst?
An Ihre Pfarrerin oder Ihren Pfarrer. Die Kontaktdaten finden Sie hier. Wenn Sie nicht wissen, wer in Ihrem Ort zuständig ist, rufen Sie doch bitte im Büro des Kirchenkreises an.

Was wird bei einem Trauergespräch alles besprochen?
Das Trauergespräch führen Sie im Vorfeld mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer. Sie können gemeinsam über das Leben Ihrer oder Ihres Lieben reden, können gemeinsam weinen und beten.
Gemeinsam besprechen Sie auch die Bestattungsfeier: Haben Sie einen Bibelvers, der vielleicht das Leben der oder des Verstorbenen besonders geprägt hat? Ober wünschen Sie sich einen, der Sie besonders tröstet? Kennen Sie christliche Lieder, die für die oder den Verstorbene(n) eine große Rolle gespielt haben?
Gern hilft Ihnen die Pfarrerin oder der Pfarrer auch dabei, den Anzeigentext für die Zeitung und für Dankeskarten zu formulieren.

(Einen Flyer mit Bibelversen für Trauer und Beerdigung finden Sie hier. Bestellen können Sie ihn im Büro des Kirchenkreises.)

Wie regle ich, wo das Grab meiner oder meines Angehörigen sein soll?
Darüber reden Sie am besten mit dem Friedhofsverantwortlichen an dem Ort, wo Ihre oder Ihr Angehörige(r) bestattet werden soll. Auch die Kosten sind sehr verschieden und müssen von Fall zu Fall besprochen werden. Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, ein Grab dauerhaft zu pflegen, dann müssen Sie sich trotzdem keine anonyme Bestattung wählen. Wir haben dazu pflegeleichte (und auch kostengünstige) Grabformen entwickelt, bei denen doch der Name der oder des Verstorbenen zu lesen ist.

Wird in der Gemeinde bekannt gegeben, wer bestattet wurde?
Ja, denn Christinnen und Christen verstehen sich als eine enge Gemeinschaft, in der man gerade auch in schweren Zeiten füreinander da ist. Manchmal werden Beerdigungen schon vorher im Gottesdienst bekannt gegeben, meistens werden die Verstorbenen aber im Gottesdienst nach der Bestattung „abgekündigt“, das heißt, es wird ihr Name genannt und für Sie als Trauernde um Trost gebetet. Auch am Ewigkeitssonntag (Sonntag vor dem 1. Advent) wird auf diese Weise an alle gedacht, die im vergangenen Jahr verstorben sind und kirchlich bestattet wurden.

Muss man die oder der Verstorbene Kirchenmitglied gewesen sein, um kirchlich bestattet zu werden?
Nein. Die Bestattung eines Menschen, der nicht zur Kirche gehört hat, ist möglich, wenn Sie als Angehörige zur Kirche gehören und eine kirchliche Bestattung wünschen.

Rufen Sie uns einfach an; Ihre zuständige Pfarrerin oder Ihren Pfarrer finden Sie hier. Wenn Sie nicht wissen, wer das ist, fragen Sie bitte im Büro des Kirchenkreises nach.

Wir laden Sie herzlich zu unserem Trauercafé ein. Hier können Sie sich in einer geschützten Atmosphäre mit anderen Trauernden treffen, sich austauschen oder einfach erholen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Eine hilfreiche Internetseite ist www.trauernetz.de. Hier finden Sie Gedichte, Meditationen, Buchtipps und vieles mehr.

Wir begleiten Sie gern!
Ihre Evangelische Kirche im Kirchenkreis Merseburg



Diese Seite wurde mithilfe der Broschüre Taufe der Evangelischen Kirche in
Mitteldeutschland (EKM) erstellt, Ansprechpartner: Karsten Müller,
Telefon: 036202/771790, E-Mail: gemeindedienst
[AT]ekmd.de,
www.gemeindedienst-ekm.de.
Bei allgemeinen Fragen können Sie sich auch gern dorthin wenden.

Suche